Lifestyle: Jambo! Karibu!

Leben in Afrika

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Mein Urlaub im wundervollen Afrika ist jetzt fast zwei Jahre her. Ich erinnere mich gerne an diese schöne Zeit. Los ging es an einem 13. Juli, und dieser Tag war auch noch ein Freitag. An einem Freitag den 13. fliegen? Ja, warum nicht. Ich bin ja nicht abergläubisch. Der Flug dauerte neun Stunden und ich war sehr aufgeregt, wusste ich doch nicht, was mich in Afrika erwartet. Unser Ziel war der Diani Beach in Kenia. Ich habe natürlich erst einmal weite Steppen und Affen erwartet. Mein erster Blick fiel jedoch auf das Meer. Ein wundervoller weißer Sandstrand mit türkisen Ozean.

Der Strand ist meist sehr leer gefegt und man hat ihn fast für sich alleine. Das liegt daran, dass durch die Wirtschaftskrise in Europa kaum noch Touristen nach Kenia reisen und die Hotels pleite gehen. Dadurch haben viele Leute ihre Arbeitsplätze verloren. Das hindert sie aber nicht daran total nett zu sein. Von jedem bekommt man in Kenia ein freundliches Jambo oder Karibu. Das ist Suaheli und heißt Hallo! und Willkommen!

Der Diani Beach hat jedoch auch seine Nachteile. Es hat seinen Grund, dass die wenigsten Touristen dort verweilen. Denn hier verkehren die sogenannten „Beach-Boys“, das sind Einheimische, die oft keine Schulausbildung haben und deswegen ständig versuchen Dinge zu verkaufen und dabei sehr aufdringlich sind. Als Weißer Tourist fällt man natürlich sofort auf. Mein Vater fand es immer ganz amüsant mit den Leuten zu reden, die meisten können sogar sehr gut Deutsch und Englisch sprechen. Ein Einfaches „Nein, danke!“ reicht bei diesen Personen leider nicht aus. Man darf jedoch nicht unfreundlich werden, denn dann reagieren sie sehr aggressiv. Nach einer Woche wussten die meisten aber wer wir waren und haben uns in Ruhe gelassen. Es gab aber auch sehr nette Einheimische, z .B . Salam, er ist Security an einem Hotel, und hat immer auf unsere Sachen aufgepasst, wenn wir im Meer waren. Sein Job bestand hauptsächlich daraus, die Hotelanlage zu bewachen und meistens war er für den Strand eingeteilt. Kein sehr anspruchsvoller Job, aber in Kenia sind die Leute froh überhaupt Arbeit zu haben.

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Kriminelle Affen

Einmal wurde ich fast von einem Affen bestohlen. Wir lagen am Strand, waren alle am Dösen und ich merkte, dass irgendwas neben mir ist. Ich schaute also dorthin und da guckt mich doch so ein Affe an, der gerade in meinem Rucksack wühlt. Der hat bestimmt gedacht, da wären Bananen drin. Ich habe mich total erschreckt und kurz aufgeschrien, dass interessierte den Affen aber relativ wenig. Er ist noch nicht einmal weggerannt. Ich hab schon gedacht, er will mich beißen. Affen können ganz schön aggressiv werden, aber er ist dann doch abgehauen. Für mich war es allerdings ein kleines Schockerlebnis.

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Ein Dach unter Palmen

Wir wohnten in einem sogenannten Cottage mit Selbstverpflegung. Das Gelände war riesig. Zwei Ferienhäuser, ein Pool und zwei Hunde. Für jedes Haus ein „Hausmädchen“ und ein riesiger Garten. Als Personal gab es noch zwei Gärtner. Das ganze Grundstück gehörte einem Österreicher. Es wurde aber von einem Einheimischen verwaltet, der auch immer vor Ort war, wenn Gäste da waren. Der Fußmarsch zum Meer dauerte 15 Minuten. Der Weg war sehr staubig und die Luft trocken. Deswegen waren wir immer froh gleich im Meer baden gehen zu können und auf dem Rückweg ging es anschließend in den Pool.

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Da unser Cottage nicht direkt am Strand lag, haben wir viel von der Gegend gesehen. Was ich besonders schlimm finde, ist einfach dieses massive Müllproblem in Kenia. Die haben noch nie etwas von Müllabfuhr oder Recycling gehört. In jeder Ecke fand man Müllberge, welche von den Einheimischen angesteckt werden. Das roch natürlich nicht sehr angenehm und ich will gar nicht wissen was dort für Chemikalien und Dämpfe freigesetzt werden. Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, dort etwas wegzuschmeißen.

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Farbenfroher Lebensmut

Dass die meisten Kenianer in Armut leben, habe ich Euch jetzt schon bewusst gemacht. Aber den wenigsten sieht man dies an. Sie legen sehr viel Wert auf Klamotten und sind immer sehr schön und vor allem bunt gekleidet. Viele leben davon, dass sie ihr Gemüse und ihre Früchte von Feldern verkaufen. Dort haben wir auch selber oft eingekauft. Ein Kilogramm Kartoffeln für umgerechnet noch nicht einmal ein Euro, wo gibt es so was schon in Deutschland? Außerdem hat man so die Einheimischen unterstützt. Für die typischen Touristenprodukte gibt es dort ein Einkaufszentrum für Touristen. Mbithi, der quasi der Hausverwalter war, hat uns immer gefahren. Die Straßenverhältnisse dort kann man nicht einmal mit unseren schlimmsten Feldwegen vergleichen. Außerdem herrscht in Kenia Linksverkehr. Und die Kenianer hupen liebend gerne. Die Autos hupen wenn sie überholen, wenn sie abbiegen, wenn die Fahrer sie sich aufregen. Sie hupen also immer.

Safari

Afrika. Ich denke sofort an König der Löwen. Steppen, Zebras und diese typischen Bäume. An diesem Ort waren wir natürlich auch. Zweimal ging es auf Safari. Die erste ging in die Shimba Hills. Die Landschaft dort konnte man mit einem Dschungel vergleichen. Wir beobachten Elefanten, Büffel, Affen, Giraffen und Antilopen. Wir sind sogar ein Stück durch den „Busch“ gelaufen. Eine Rangerin hat uns, mit Gewehr bewaffnet,  zu einem Wasserfall geführt. Unterwegs zeigte sie uns Spuren von einer Leopardenmama mit Baby. Das Baby ist immer schön in die Fußstapfen der Mama getreten.

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Die zweite Safari war unbeschreiblich, wir waren in den Masai Mara. Dorthin sind wir zwei Stunden mit einer alten Propellermaschine geflogen. Unterwegs konnten wir einen Blick auf den Kilimandscharo werfen.

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Bei dieser Safari übernachteten wir sogar eine Nacht in der Wildnis im Zelt. Direkt vor dem Fluss Mara, in dem Nilpferde und Krokodile schwammen. Überall sind Ranger rumgelaufen, um aufzupassen. Denn es konnte durchaus sein, dass ein Nilpferd nachts im Camp stand. Das Nilpferd ist das Tier, welches die meisten Touristen in Afrika getötet hat. Mit den Tieren ist also nicht zu spaßen. Die Zelte kann man mit einem Hotelzimmer vergleichen. Das ganze Camp war sehr nobel. Deswegen konnten wir uns auch nur eine Nacht leisten. Nachts wurde es dort ziemlich kalt und wir bekamen extra eine Wärmflasche ans Zelt gebracht.

An beiden Tagen waren wir auf Safari und haben Zebras, Gnus, Antilopen, Schakale, Elefanten, Sträuße, Hyänen, Wasserbüffel, Warzenschweine, Löwen und sogar einen Gepard mit Baby gesehen. Den Gepard beobachteten wir aus respektvollen Abstand, denn ein Baby von ihm wurde kurz vorher von einer Hyäne getötet. Das Nashorn haben wir leider verpasst. Es wollte sich uns nicht zeigen. Also haben wir von den Big Five nur vier gesehen.

Es gab auch zwei Situationen, wo mir das Herz wirklich in die Hose gerutscht ist. Denn ich habe vor diesen wilden Tieren einen mega Respekt. Wir haben uns einen Löwen angeschaut und dieser Löwe war nur zehn Meter von unserem Jeep entfernt und ist dann noch auf uns zugelaufen. Der König der Tiere hätte nur Anlauf nehmen müssen und ich wäre in seinem Maul gelandet.  Unser Jeep war zwar hoch aber rund herum offen. Fünf Meter vor uns hat sich der Löwe aber einfach ins Gras geworfen und wollte schlafen.

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Das zweite Mal stand ein Wasserbüffel vor uns. Er war allein und Bullen, die alleine in der Steppe herumlaufen gelten als gefährlich. Denn dann wurden sie meistens von der Herde verstoßen.  Er versperrte uns den Weg und hat uns ziemlich böse angeguckt. Nach einer gefühlten Ewigkeit ist er zur Seite gegangen und wir sind langsam und sehr vorsichtig vorbeigefahren. Danach hat er erst einmal in aller Ruhe seinen Stuhlgang vollzogen. War wohl doch nicht so böse.

Mittag essen gab es draußen auf der Wiese, im Hintergrund der Fluss mit den Nilpferden und auf der anderen Seite die Steppe mit Giraffen und den anderen wilden Tieren. Einmal sind wir vom Essen zurückgekommen und ein Warzenschwein versperrte uns den Weg zum Zelt. Man kann sie gut mit Wildschweinen vergleichen.

Das Essen dort war verdammt gut. Ich war immer so vollgegessen, was sich leider auf dem Rückflug bemerkbar machte. Dieser war sehr holprig und mein Magen drehte sich herum. Ich war noch nie so froh gewesen, wieder Land unter den Füßen zu haben.

Schnorcheln mit Zebrafischen

In der letzten Woche sind wir Glas Boot gefahren. In Kenia gibt es auch Ebbe und Flut und das macht sich ganz schön bemerkbar. Da am Diani Beach ein Riff vorgelagert ist, kommen keine Haie an den Strand. Bei Ebbe sieht man Teile vom Riff und bei Flut  ist es unmöglich am Strand zu liegen, denn die Wellen reichen dann bis an die Mauern der Hotels.  Das Wasser kommt und geht im sechs Stunden-Takt. Natürlich haben wir das Riff auch mal erkundet. Surfschuhe sind dabei unumgänglich. Denn Seeigel gibt es dort wie Sand am Meer. Auf den vorgelagerten Riffen haben wir ganz viele interessante Tiere gesehen: Seesterne, Fische, Krabben, Seeigel, Muscheln, Seegurken, Mini-Tintenfische, Muränen uvm. Beim Glas Boot fahren konnten wir diese Tiere aus nächster Nähe beobachten und wie sie sich im Wasser bewegen. Ich dürfte sogar einen ungiftigen Seeigel halten. Das fühlte sich sehr lustig an und kitzelte, da sich die Stacheln als bewegten. Wir fuhren mit dem Boot an die Grenzen des Riffs und konnten dort schnorcheln gehen und mit Zebrafischen tauchen. Zum Glück waren wir sehr früh da, denn als wir gefahren sind kamen Tausende von Touristen und wollten auch schnorcheln gehen.

Natürlich habe ich noch viel mehr gesehen und erlebt, aber wie soll man so viel spektakuläres in  Worte fassen? Schaut Euch doch einfach noch meine Afrikagalerie an. Ich selber kann Euch allen nur ein Urlaub in Afrika empfehlen.

Johanna

(Fotos: Copyright by Johanna Hilbig)

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2 Gedanken zu “Lifestyle: Jambo! Karibu!

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