Lifestyle: Ich bin dann offline …

cropped-img_08641.jpgEine Woche ohne Internet. Für viele Menschen unvorstellbar. Die meisten sind durch ihre Smartphones dauerhaft online. Für mich schien es unmöglich, auch nur einen Tag ohne Internet auszukommen. Ich habe aber den Selbstversuch gewagt und bin zu einem überraschenden Ergebnis gekommen.

Durch meinen Studiengang „Online-Journalismus“ hat sich mein Internetkonsum gewaltig gesteigert. Mein Freund war davon schon sichtlich genervt, und auch ich war nicht begeistert. Aber es gab noch soviel nachzuschauen, zu erledigen und zu recherchieren.

Dachte ich jedenfalls. Doch meist blieb ich bei Facebook und Instagram hängen, und das, was ich eigentlich erledigen wollte, vergaß ich und musste von vorne anfangen. Ein Teufelskreis.

Ich beschloss, eine Woche lang zu fasten, das hieß: eine Woche lang kein Internet. Das bedeutete auch: kein WhatsApp, kein Facebook und kein Instagram.

Tag 1: Die Woche begann. Mein Freund und ich hatten frei und machten uns einen gemütlichen Tag. Dass ich kein Internet hatte, bemerkte ich erst abends. Ich hatte nämlich keine Nachrichten auf meinem Handy, da ich mich bei allen Apps, die das Internet nutzen, abgemeldet hatte. Ansonsten lag es den ganzen Tag still auf dem Tisch, und ich habe es nur einmal genutzt, nämlich als ich angerufen worden bin.

Tag 2: Etwas schwieriger gestaltete sich der Dienstag. Ich war noch bei meinem Freund und wollte mit seiner Familie zu Mittag essen. Er war schon auf der Arbeit, ich war schon um neun Uhr wach. Beim Frühstück las ich ausgiebig die Zeitung, anstatt über mein Smartphone das Internet, vorzugsweise Facebook, abzuchecken.

Beim Treffen mit meiner besten Freundin schaute ich nur einmal aufs Handy

Da ich jetzt noch zwei bis drei Stunden Zeit hatte, setzte ich mich vor den Fernseher. Allerdings wollte ich nun bewusst fernsehen. Sonst lief der Fernseher immer nebenbei, während ich Einträge für meinen Blog verfasste, Nachrichten bei WhatsApp schrieb oder bei Facebook surfte. Ich schaute mal wieder die Krimireihe „SOKO“, die ich früher immer mit meiner Mama geschaut hatte.

Nachmittags vertrieb ich mir die Zeit mit einem ausgiebigen Spaziergang, bei dem ich Weidekätzchen, Zweige und Moos gesammelt hatte. Denn ich wollte mal wieder basteln, so ohne Internet hatte ich auf einmal viel mehr Zeit. Das wollte ich nutzen. Anschließend traf ich mich mit meiner besten Freundin. Sie war begeistert, denn anstatt wie früher hundertmal auf mein Handy zu schauen, hatte ich nur einen Blick darauf geworfen. Abends startete ich ganz gemütlich meine Bastelrunde und hatte mein Handy gerade zweimal zum Telefonieren benutzt. Auch der zweite Tag verging, und ich hatte immer noch keine Entzugserscheinungen. Das einzige, was mich störte, war die Tatsache, dass ich nicht im Internet nachsehen konnte, wann unser Schwimmbad aufhatte.

Tag 3: Erst am nächsten Tag wurde es schlimm. Ich musste nämlich sechs Stunden arbeiten und hatte meine Aufgaben schnell erledigt. Normalerweise surfte ich in solchen Fällen mit meinem Smartphone im Internet oder zockte Quizduell. Das ging jetzt nicht, und die Zeit zog sich wie Kaugummi. Zwar hatte ich vorsorglich etwas zum Lesen mitgebracht, aber sechs Stunden am Stück zu lesen war auch nicht das Wahre. Nach Feierabend zog ich noch im Schwimmbad, das zum Glück geöffnet hatte, meine Bahnen, bevor auch Tag drei zu Ende ging.

Tag 4: Der Donnerstag verging wieder ohne Probleme, ich bastelte. Mittlerweile hatte ich eine richtige Bastelwut entwickelt und dieses Hobby wieder für mich entdeckt. Nachmittags machte ich mit einer Freundin Pizza, und abends traf ich mich mit meinem Freund. Entzugserscheinungen? Keine Spur!

Tag 5: Am Freitag stand ich sogar freiwillig ganz früh auf, da ich meine angefangenen Bastelprojekte zu Ende bringen wollte. Mit Internet wäre ich wohl nie auf so eine Idee gekommen und hätte bis um 11 Uhr im Bett gelegen, mit meinem Laptop online. Um 12 Uhr ging es dann auf die Arbeit. Diesmal hatte ich vorgesorgt und meine Bastelprojekte fotografiert, damit ich dazu jeweils einen Blogeintrag vorschreiben konnte. Nachmittags erhielt ich eine süße SMS von einer Freundin: Weil sie mich so gern habe, schreibe sie mir natürlich auch eine normale SMS. Über diese SMS freute ich mich mehr als über alle WhatsApp-Nachrichten, die ich jemals bekommen hatte.

Tag 6 und 7: Auch Samstag und Sonntag verstrichen, und ich hatte noch immer keine Entzugserscheinungen. Sonntags ging ich noch einmal mit Freunden und auf den Markt, und wir genossen die Sonne und fuhren Riesenrad.

Sonntagabend war ich dann aber ganz aufgeregt. Um Mitternacht schnappte ich mir mein Handy. Aber es war nix Spannendes dabei. Bloß ein paar Nachrichten. Über WhatsApp war ich zu einem Geburtstag eingeladen worden, der leider schon vorbei war. In der anderen Gruppe war ein Abiplakat für Freunde geplant worden. Da mich keiner informiert hatte, war ich beim Gestalten gar nicht dabei gewesen. Aber immerhin war ein Teil meiner Idee umgesetzt worden, und mein Name stand darunter.

Fazit: Ich hatte offline also tatsächlich nichts Wichtiges verpasst. Dafür hatte ich mehr Zeit für Freunde und wiederentdeckte Hobbys sowie weniger Kopfschmerzen. Diese Auszeit wird sicherlich nicht die letzte gewesen sein.

Bilder mit Schatz

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3 Gedanken zu “Lifestyle: Ich bin dann offline …

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