Lifestyle: „Die Leute in Afrika versuchen zu überleben“

Salama ist 27 Jahre alt und lebt in Kenia am Diani Beach. Der Diani Beach ist ein 25 Kilometer weißer Sandstrand und das Tourismuszentrum an der Südküste von Kenia. Zumindest war er das einmal. Er liegt ungefähr 35 Kilometer von Mombasa entfernt. Ich habe mich mit Salama darüber unterhalten, wie es ist in Kenia aufzuwachsen und wie er mit den Touristen umgeht.

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Wie war Deine Kindheit? Wie bist Du aufgewachsen?

Ich hatte eine komplizierte Kindheit, Armut dominiert unsere Familie. Meine Eltern hatten eine harte Aufgabe. Sie hatten mit mir fünf Kinder, aber nie einen festen Job. Nur ich und mein Bruder konnten zur Schule gehen. Die anderen nicht. Leider wird die Armut nicht enden, solange es korrupte und gierige Menschen gibt.

Inzwischen hast du eine eigene Familie mit zwei Kindern. Wie finanziert ihr euch?

Die Leute in Afrika versuchen zu überleben. Das ist besser, als nichts zu tun. Im Moment habe ich einen Job als Wachmann, es ist nicht einer der besten Jobs aber besser als nichts. Ich arbeite 12 Stunden am Tag, aber der Lohn reicht kaum aus. Ich habe auch keine professionelle Ausbildung für diesen Beruf. Ich habe den Job durch Kontakte bekommen. Eine Freundin von mir hat die Verbindung hergestellt. Meine Frau hat keinen festen Job. Sie arbeitet immer mal hier und da als Friseur. Sie würde gerne einen eigenen Saloon haben, aber dazu fehlt ihr die Ausstattung und das Geld.

Was würdest du tun, wenn du mehr Geld hast und vielleicht nicht in Kenia aufgewachsen wärst? Würdest du was ändern wollen?

Ich habe nie ein Leben außerhalb von Kenia erfahren. Ich würde gerne finanziell stabil sein. Meine eigene große Wohnung haben und genug Geld, um meinen Kindern eine Zukunft zu sichern. Ich würde gerne der Regierung helfen. Ich fände es gut, wenn die Regierung so gut wie in Deutschland wäre.

Kenia wird immer wieder von Anschlägen heimgesucht und gilt als unsicheres Land. Was hältst Du davon?

Ich finde es schade, dass unser geliebtes Kenia als gefährliches Land eingestuft wird. Der Hauptgrund dafür ist der Kampf gegen Terrorismus. Es ist ein Kampf der Sicherheit, da es nicht einfach ist, diese Gruppen zu bezwingen. Diese Leute gibt es überall, sie wollen, dass die Amerikaner sie mit Geld unterstützen. Leider ist dieser Kampf der Grund, warum es immer weniger Touristen an der Südküste gibt. Das ist sehr tragisch, denn gerade die Menschen hier sind abhängig vom Tourismus, der immer weniger wird. Genau aus diesem Grund muss ich auch mit meiner vierköpfigen Familie in einem Zwei-Zimmer-Apartment ohne Toilette wohnen.

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Ein verlassenes Hotel am Diani Beach (Foto: Johanna Hilbig)

 

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Wohnsiedlung am Diani Beach (Foto: Johanna Hilbig)

Der Tourismus hat also abgenommen aber zeitweise richtig geboomt. Was hältst Du von den deutschen Touristen oder von den Deutschen im Allgemeinen?

Die Menschen in Deutschland haben eine Menge für Kenia getan. Das weiß ich zu schätzen. Es ist aber sehr traurig, dass sie nicht in die Sicherheit unseres Landes vertrauen. Ich weiß, dass es eine Wirtschaftskrise gibt. Das Leben ist aber hart, überall auf der Welt. Aber für ein Land wie Deutschland sind die Standards schon so weit fortgeschritten, wie sie in Kenia erst in hundert Jahren sein werden.

Bist Du glücklich?

Glück kommt, wenn alles im Leben erfolgreich ist, aber ich versuche geduldig zu sein. Ich habe Vertrauen, dass ich Erfolg haben werde, weil der Glaube Berge versetzt!

Mehr Informationen über den Diani Beach findet Ihr hier:

Leben in Afrika

Bilderstrecke Afrika

Johanna

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2 Gedanken zu “Lifestyle: „Die Leute in Afrika versuchen zu überleben“

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